Unsere Biere

Edition 15

Edition 15

Edition 15 – German 500 – Upgrade 2.0

Das deutsche Reinheitsgebot von 1516. Dem Bieramateur sei verziehen, dass er dabei als erstes an perfekt ausgeführte Körperhygiene denkt. Auch ist es nicht so, das ein wildfremder Mensch, der sich von einer Erderhebung herab lies und den angereisten Individuen mehrere Gebote verkündete, gepriesen wird. Nein. Es geht schlicht und einfach um die Zutaten, die in ein deutsches Bier gehören. Sicherlich ist ritterliche Reinlichkeit des Getränkefabrikanten mit Vorrausetzung für das Entstehen eines wunderbaren Flüssignahrungsmittel und selbst eine religiöse Gesinnung zu einer höheren Macht, kann nicht schaden. Da wir aber direkt dem Universumsadministrator unterstehen und keiner anderen Instanz verpflichtet sind, kommt für uns eine solche Heuchelei nicht in Frage. Gerstenmalz, Hopfen und Wasser, mehr Bestandteile braucht es nicht, ein Bier für ein Fest, unser German 500.

Farbe:          goldgelben, wie die späte Nachmittagssonne

Aroma:         vollmundig, delikat

Wertung:      wäre den anderen gegenüber unfair

Zurückhaltend gesagt, cobi.rocks, das beste Bier der Welt.

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Edition 14

Edition 14

Edition 14 – Mr. Purple 2.0

Des Deutschen liebstes Kind. Das Auto. Unsinn. Das Bier. Richtig. Um ganz genau zu sein, das Pils. Meistgebraute und meist verkaufte Biersorte in unseren Landen. Eingedeutscht nennt man das, Mainstream, nicht Richtung und Geschwindigkeit eines deutschen Flusses, sondern per Definition der Geschmack der meisten Menschen in einer Gesellschaft. Jetzt definiere man Gesellschaft. Die Menschen, die in einem Land zu einer bestimmten Zeit unter bestimmten Verhältnissen zusammenleben, ungefragt gehört man dazu, oder eben das konkrete persönliche Umfeld, welches der Humanoid in gewissen Teilen selbst bestimmen kann. Das viele Gesellschaftsinsassen dem gleichen Geschmack verfallen, ist bei einer solch großen Ansammlung an Genmaterial sehr wahrscheinlich. Ob der Geschmack dieser Gruppe gut oder schlecht ist, lässt sich leider faktisch nicht analysieren und muss jeder Teilnehmer für sich selbst entscheiden. Für Außenstehende sind das alles Ottonormalverbraucher, Spießer und Stinos. Das aber das sich Abheben, das Anderssein, das davon Differenzieren, heute so normal und alltäglich sind, macht auch die andere Seite nur gewöhnlich. Halten wir also fest. Egal, wer du bist, du gehörst dazu. Egal, wo du bist, du gehörst dazu. Egal, was du machst, du gehörst dazu. Ergo, du gehörst dazu. Infolgedessen trinkst du Bier, demnach auch welches, Pilsener Brauart. Bleibt nur die Frage, ob gutes Pilsner oder eben kärgliches. Diese Entscheidung nehmen wir dir ab. Mr. Purple 2.0. Wir gehören dazu.

Farbe: eventuell

Aroma: vielleicht

Wertung: aber sowas von

An Lob verträgt man bekanntlich ungemessene Mengen, sagt jedenfalls Herr Sigmund Freud.

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Edition 13

Edition 13

Edition 13 – Django

Schon wieder. Tja, früher war eben alles besser, warum also Bewährtes nicht wiederholen? Das Aufputschmittel für den Lausitzer Megasportler wird auch in diesem Jahr wieder aufgelegt. Recherchen ergaben, dass Django bei der konzentrierten Körperertüchtigung Resultate nach oben optimiert. Der Kletterer, der noch vor Jahren an der Lausche im Zittauer Gebirge die Segel strich, erklimmt schon bald den Mount Everest. Radfahrer, die sich nie aus dem Stadtkreis hinaus getraut haben, fahren demnächst bei der Tour de France mit. Läufer, die in der Vergangenheit keine hundert Meter am Stück geschafft haben, werden zukünftig keinen Marathon auslassen. Und bekennende Nichtschwimmer durchqueren mittlerweile den Ärmelkanal in Badehose. Keine Dopingkontrolle muss der Konsument fürchten, allein die natürlichen Inhaltsstoffe beleben den Organismus. Aber um eben nicht nur den Aggregatszustand von flüssigem Eis zu schmecken, wäre es zweckmäßig, nicht nur Körper, sondern auch Geist zu beleben. Dem Athleten soll die Einnahme des Treibstoffes auch munden, um ebenfalls die mentale Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Deshalb kommt unser Amberbier bei den Sportfreunden zurecht sehr gut an. Unser Django ist legales Tuning für Leib und Seele und der Geschmackszenit für das nasse Element. Sport frei.

Farbe: blendend

Aroma: vitalisierend, intensiv

Wertung: triumphal

Sonderpreis bei der Genussmittelamateurhandwerkerolympiade Südbrandenburg 2017

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Edition 12

Edition 12

Edition 12 – The Dude

Echte Kerle. Tja, das war wohl einmal. Heute stehen die einst tapferen Recken in der Küche und erhitzen vegane Chemieprodukte, schwingen sich tanzend mit dem Staubsauger durch das noch nicht abbezahlte Heim und belustigen die Familienstammhalter, wo noch nicht einmal zu einhundert Prozent klar ist, ob die Gören mit dem Erziehungsberechtigten genetisch verwandt sind. In der Anstellung ist das Subjekt mit einfachsten Arbeiten betraut, aber selbst das Sortieren der Büroklammern oder das Anspitzen eines bleihaltigen Schreibgeräts überfordern ihn und eine Krankschreibung für Wochen mit anschließender Reha ist die Folge. Dem Einkauf von Nahrungsmitteln und Bekleidungsgegenständen geht eine wochenlange Recherche im Internet voraus. Nachhaltiger Bioanbau im Agrarsegment der zu erwerbenden Karotte, sowie die gerechte Entlohnung des vietnamesischen Kleinkindes, das für die Herstellung der Übergangssocken verantwortlich zeichnet, sind wichtige Konsumaspekte. Die Fortbewegung erfolgt hauptsächlich mit dem Fahrrad, welches über einen Sekundärstromantrieb verfügt, der über die eigene Solaranlage mit Energie befüllt wird. Sollten doch einmal alle Hausbewohner gemeinsam verreisen wollen, übernimmt der hybride umweltkonforme Sippentransporter die Beförderung. Fahrbefähigung ist nicht von Nöten, das Vehikel praktiziert die Translokation so gut wie allein und selbst das Einparken übernimmt die Maschine selbständig. Was waren das noch für Zeiten, als der Mann sich trotz aller Wetterkapriolen auf sein einzylindriges Krad gesetzt hat, um von A nach B zu kommen. Brathähnchen zum Frühstück, mittags Tütensuppe und abends eine richtige Roster, waren mehr als ausreichende Haupternährung. Es war auch egal, was alle Mitbewohner zeitgleich trieben, wenn man(n) unterwegs war, um nichts zu tun, außer eben unterwegs zu sein. Abends mit seinen Kumpels an Feuer gesetzt, Geschichten erzählt und ein ordentliches Bier dazu getrunken und die Welt war in Ordnung. Also Jungs, back to the roots.

Farbe: kräftig golden

Aroma: süffig, vollmundig

Wertung: Walter schmeckts

Ist es nicht das, was einen Mann ausmacht? Hmm klar, das und zwei Eier in der Hose.

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Edition 11

Edition 11

Edition 11 – Empire

Weltmächte entstehen und zerfallen. Bündnisse werden geschaffen und lösen sich auf. Könige, Kaiser, Diktatoren kommen und gehen. Nichts hat Bestand, nichts ist für die Ewigkeit. Aber wer dirigiert das Geschehen? Wer ist verantwortlich für all das? Ursachenforschung der Cobirensiker brachte Erstaunliches ans Tageslicht. Nicht, wie vermutet, der Universumsadministrator, sondern die Ministirialis Internes Senio, kurz MI6, zeichnen dafür verantwortlich. Ein uralter Geheimbund, der wohl seit Jahrtausenden im Hintergrund die Fäden zieht und den Verlauf der Erdengeschichte schreibt. Wir arbeiteten uns durch sehr alte Bücher, ließen Urkunden von greisen Experten übersetzen und reisten rund um den Planeten, um dieses Phänomen auf zu decken. Erste Erwähnungen im antiken Italien unter den Pythagoräern ließen uns aufhorchen. Von Taten gewisser Obsequium Secreto wurde in Stein gemeißelt berichtet. Unter Kaiser Augustus und Teberius war im wieder von Handlungen eines Mannes namens Numerus Septimos auf seltenen Papyri zu lesen. Eine nicht endend wollende Sisyphusarbeit, diesen mysteriösen Menschen auf den Fersen zu bleiben, ein Katz und Maus Spiel durch die gesamte Historie. Im römischen Britannien unter König Artus war von Duplis Zerum, den Doppel Nullen, die Rede. Über das gesamte Mittelalter europäischer Herrscher, verfolgten wir ihre Spur. Athos, Aramis, Porthos und B’ondagnon, vier der Musketiere in der Renaissance, hinterließen weitere Hinweise. Alle Indizien gebündelt und geprüft, stellten wir fest, dass die Spur aktuell in das Vereinigte Königreich Großbritanniens führt. Bond, James Bond, der wohl letzte verbliebene Protagonist dieser diskreten Vereinigung führt Regie in diesem Schauspiel und lässt die Marionetten tanzen. Im Dienste Ihrer Majestät, kämpft er für die Ehrbaren im Empire und gegen die weibliche Jungfräulichkeit. Der Retter der Welt. Aber ist die Welt genug? Nein! Darauf ein cobi.rocks I.P.A., nicht gerührt und nein, auch nicht geschüttelt.

Farbe:  unsichtbar

Aroma: geheim

Wertung: viele Money Pennys

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Edition 10

Edition 10

Edition 10 – Bobfried

Man(n) dachte, es ist alles überstanden. Der erst geborene Sprössling ist volljährig, hat das Abitur in der Tasche und wird einen erfolgreichen Lebensweg beschreiten. Justament vergegenwärtigt sich der Nachkommensverwalter, dass nun zeitnah der Familienknirps zum Schuldienst einberufen wird. Eilig werden die benötigten Unterrichtsutensilien beschafft, der Lehranstaltsanwärter namens Bobfried entsprechend ausstaffiert und die Verwandtschaft für den besonderen Tag zum Kommen aufgefordert. Die geladenen Gäste verwöhnen den Lernaspiranten mit zahllosen Geschenken und riesigen Mengen an Zahnschmelz ruinierenden Waren, die traditionsgetreu in gigantische kegelförmige Tüten gepresst sind. Gesicht und Haare des zu befeiernden Nachwuchses sind einer Tortur an Streicheleinheiten ausgesetzt. Er lässt das Prozedere mit einem Lächeln über sich ergehen, wohl wissend, dass durch die Backenkneifer und Haaredurchwurschtler der eigene Sparbuchsaldo erhöht und die andernfalls schokoladenfreie Zeit bis Weihnachten überbrückt wird. Mutter Hildrun und Vater Gozbert hingegen sind durch den erhöhten Besucherverkehr zunehmend gestresst. Alle angereisten Familienangehörige wollen proportional zu dargereichten Gaben mit Speis und Trank verköstigt werden. Nachdem die Schlacht am Buffet geschlagen ist und endlich die Tagesbesucher übersättigt und alkoholisiert das Weite gesucht haben, kehrt schließlich in der heimischen Behausung Ruhe ein. Hildrun bringt die letzten Details am Tatort in Ordnung und  Bobfried begutachtet und sortiert seine empfangenen Präsente. Vater Gozbert hingegen schreitet souverän die Grenzen seines Besitzes ab, stolz aus diesem Scharmützel als Sieger hervor gegangen zu sein. Er ergreift die letzte überlebende, im Kampf unversehrt gebliebene Bügelflasche, öffnet diese sorgsam und benetzt seine Kehle mit diesem wunderbar köstlichen Bier. Frieden.

Farbe:  sommergelb

Aroma: frisch und spritzig

Wertung: 1, setzen

Hoffentlich sind bald wieder Ferien.

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Edition 9

Edition 9

Edition 9 – Mrs. Purple

Der Wingman, oder besser in diesem Fall, die Wingwoman. Der mustergültige Flügelpartner begleitet den Mann in allen Manövern des humanoiden Daseins und hält ihm Rücken und Seite frei, damit er sich auf die bedeutenden Sachen konzentrieren kann. Nicht minder wichtig, ist sie im Hintergrund verantwortlich für Versorgung und Nachschub des Frontkämpfers. So vollbringt der voran stürmende Braumeister unabgelenkt sein anstrengendes Tagwerk. Malz bugsieren und schroten, Wasser schleppen und erhitzen. Maischen, Würze rühren, austrebern und schwänzen, Hopfen kochen, abläutern und schlauchen. Nachvollziehbar, das keine Zeit für Kindererziehung, Hausputz, Einkauf, Verwandtenbesuche und Gartenarbeit bleibt. Schlussendlich das Verbringen des Gerstensaftes in die Kühle des Gärkellers fordert die letzten Reserven des Getränkehandwerkers. Den Feierabend genießend, lässt der Hausherr sich verdienter maßend auf dem Diwan seiner Burg nieder. Die Gefährtin erkennt sofort, welche Zuarbeiten notwendig sind, um dem ausgezehrten und dehydrierten Heroen zu neuer Energie zu verhelfen. Freudig, das Ergebnis voraus sehend, begibt sie sich in die Tiefen der Behausung, dort wo die Erzeugnisse aus den voran gegangenen Herstellungen reifen und ihrer Bestimmung entgegen sehen. Ein kühles, frisches und prickelndes Bier aus dem Souterrain wird das gewünschte Ergebnis erzielen. Der Gemahl öffnet die Flasche, lässt sich vom köstlichen Nass liebkosen und ein zufriedenes Lächeln ergreift ihn. Kellerbier, das weiß sie, das einzig wirklich wahre Therapeutikum.

Farbe:          grell wie das Kellerlicht

Aroma:         erfischend, prickelnd

Wertung:      unvergleichbar

Sommer 2016, wo verdammt ist der Kellerschlüssel? Schaaaaatz???

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Edition 8

Edition 8

Edition 8 – German 500

Was für legendäre Rennen, welch großartige Siege. Wir sind aber nicht in Indianapolis oder Daytona, sondern etwas weiter östlich, im Herzen Europas, genauer gesagt in Cottbus, sagenumwobene Hauptstadt der Niederlausitz, einen Hauch entfernt von unserem Nachbarstädtchen Berlin und ein Landstrich der mit reichlich Kohle gesegnet ist. Hier, wo seit einiger Zeit wieder köstlicher und deliziöser Gerstensaft entsteht, wird einem alten Gebot gehuldigt, dem Deutschen Reinheitsgebot von 1516. Dem Bieramateur sei verziehen, dass er dabei als erstes an perfekt ausgeführte Körperhygiene denkt. Auch ist es nicht so, das ein wildfremder Mensch, der sich von einer Erderhebung herab lies und den angereisten Individuen mehrere Gebote verkündete, gepriesen wird. Nein. Es geht schlicht und einfach um die Zutaten, die in ein deutsches Bier gehören. Sicherlich ist ritterliche Reinlichkeit des Getränkefabrikanten mit Vorrausetzung für das Entstehen eines wunderbaren Flüssignahrungsmittel und selbst eine religiöse Gesinnung zu einer höheren Macht, kann nicht schaden. Da wir aber direkt dem Universumsadministrator unterstehen und keiner anderen Instanz verpflichtet sind, kommt für uns eine solche Heuchelei nicht in Frage. Gerstenmalz, Hopfen und Wasser, mehr Bestandteile braucht es nicht. Um dieses Jubiläum in 2016 zu feiern, haben wir ein Trank entstehen lassen, der unserem Anspruch an die Wörter Fest und Bier mehr als gerecht wird. Ein Duft, der Vergangenheit und Zukunft verbindet, ein Aroma, welches Glücksgefühle hervorlockt und ein Geschmack, der einzigartig, frisch, aber auch kräftig und traditionell ist. Ein Bier für ein Fest, unser German500, Festbier 2016.

Farbe:          rauchige Buche

Aroma:         kräftig herb

Wertung:      elf von zehn

Lasst uns feiern.

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Edition 7

Edition 7

Edition 7 – Black Santa

Für das gestresste, burnout geplagte und hyperaktive Germanensubjekt kommt wie jedes Jahr das Weihnachtsfest völlig überraschend. Eben noch mit dem Motorschaf das Unkraut auf Rasenhöhe gekürzt, mit den Plagen und dem holden Weibe in der südeuropäischen Sonne abgefaulenzt, ist es nun Zeit, erwähnten Verwandten Geschenke zu organisieren. Und wiederkehrend wie jedes Jahr vergisst der Familienfürst, etwas an sein eigenes Wohl zu denken. Für ihn und alle anderen Männer haben die Jungs vom COBI Feinbrauwerk Cottbus 2015 ein besonderes Präsent vorbereitet, Black Santa. Ein Bier für alle richtigen Kerle, die noch zu schätzen wissen, was es heißt, Zeit für sich selbst zu haben, die schönen Dinge zu genießen und mal alle Viere gerade sein zu lassen. Schwarz wie die Weihnachtsnacht, stimulierend wie Adrenalin und vitalisierend wie ein Liebesakt, ein Feuerwerk für Geist und Gaumen. Dieses Bier ist für diesen Moment gemacht. Hier wird dem Manne klar, wie es früher war, unangefochtener Familienvorstand, Versorger und Beschützer der Nachkommenschaft, Liebhaber der Frau. Man(n) ist wieder zu recht gerückt, das Selbstbewusstsein gestärkt, die Grundeinstellung wieder hergestellt, das Weihnachtsfest kann kommen. Souverän meistert der Charakter alle Festtagsaufgaben, steht über den Dingen, manövriert sich durch alle Probleme und dirigiert sich gekonnt durch alle Angelegenheiten. Causa erfüllt, Weihnachten für alle, ein Fest für mich, denkt er, Black Santa sei Dank.

Farbe:          schwarz

Aroma:         unbeschreiblich

Wertung:      egal

Extrem hohe Nachfrage

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Edition 6

Edition 6

Edition 6  – The Return of Django

Nach bereits erwähnter Alpenüberquerung mit der anschließenden Weltumsegelung, der aufmerksame Biertrinker erinnert sich an unser erstes Amberbier, mussten die Cobiatoren mit Erschrecken feststellen, Bier alle! Während der vielen Tage in der Unwirklichkeit der alpinen Hochwelt und auf hoher See kam die kontinuierliche Qualitätsbiererzeugung ins stocken. Jetzt half nur noch eines. Ein sofortiger Brautag musste initiiert werden. Die Zeit war knapp und die cobiatorischen Kraftreserven waren nach der langen, craftbierfreien Zeit nahe dem Nullpunkt. Dank einer glücklichen Fügung lag das Django-Rezept obenauf und wir erinnerten uns der ersten Erfahrungen unser Lausitzer Extremsportfreunde. „Euer Amberbier, Django bewirkt erstaunliches!“ Auf ging es. Ran an den Sudtopf und mit der letzten verbliebenen Kraft das Maischpaddel eingetaucht. Doch die lange craftbierfreie Zeit hatte bereits ihren Tribut gefordert. Einzelne Sinne der Cobiatoren waren getrübt. Die Hopfenzugabe wurde der Scharfrichter. Die Augen waren schwach und die Hände zitterten. So gelangte wohl mehr als das doppelte der veranschlagten Hopfenmenge in den Sudtopf. Schon beim Hopfenkochen merkten die Cobiatoren, hier war irgendetwas anders gelaufen. Ein phänomenales Aroma durchströmte die Braustätte. Allein dieser wunderbare Duft reichte aus, und die Kräfte der Braumeister kehrten zurück. Jetzt hieß es stark bleiben und die Reifezeit des Bieres überstehen. Dann war es endlich so weit. Voller Spannung und mit großer Erwartung ploppten wir die erste Flasche dieses Sudes, ein hopfiges Aroma entwich. Wir füllten die Gläser und sahen den schimmernden Bernsteinfarbton in Schaum und Bier. Der Geschmack war sensationell, wir wurden nicht enttäuscht. Und da war sie wieder, die unbeschreibliche Magie des Amberbieres. The Return of Django.

Farbe: ambertastisch

Aroma: noch kräftiger, noch belebender, noch sportlicher

Wertung: Titelverteidigung

Die gesamte Menge war bereits während der Reifezeit den Freunden des Amber versprochen worden. Ein Wiedersehen ist möglich.

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Edition 5

Edition 5

Edition 5 – U31

U31, waren und sind echte Typen, Unterwasserfahrzeuge in der Historie und Gegenwart deutscher Marinen. Genau wie sie, taucht im Spätsommer 2015 völlig überraschend ein Bier auf, dunkel wie das Wasser im tiefen Ozean, stürmisch wie die tobende See, prickelnd wie die Gischt im Antlitz der Seefahrer. Entgegen der langläufigen Meinung, ein Maibock sollte im nach ihm benannten Monat getrunken werden, lies sich dieses Bier Zeit. Verborgen vor neugierigen Blicken, leise und langsam reifend, unentdeckt wartend auf den Moment, um unerwartet los zu schlagen. Halbherzig und eilends zusammen geschusterte Produkte der Biergroßindustrie hatten keine Chance. Mit voller Fahrt voraus übernahm U31 sofort das Geschehen. Es zeigte sich erneut, dass Ruhe und Unaufgeregtheit beim Bier brauen wichtige Begleiter sind und für die gewünschte Qualität des Gerstensaftes Zeit unabdingbar ist. U31 eskortierte den Verbraucher durch den Herbst des Jahres, immer präsent, um Angriffe anderer Glasmantelgeschosse ab zu wehren. Im Mai beim Kiel legen von den Gegnern noch belächelt, bewies U31 nach Stapellauf und mehreren erfolgreichen Feindfahrten, das es sich auf allen Weltmeeren zu behaupten weiß und alle Widersacher ohne wenn und aber abtakeln können.

Farbe:          dunkel wie die Tiefsee

Aroma:         käftig, prickelnd

Wertung:      Sieg

Kurz vor Außerdienststellung

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Edition 4

Edition 4

Edition 4 – Django Amber

Klar schauen wir gerne Filme und klar, wir verinnerlichen sie. In unserer Kindheit war ein Western der Film schlechthin. Also warum nicht ein Bier nach solch einem supercoolen Typen benennen. Ran an den Sud und das Maischpaddel im Kreis geführt. Fast so wie einst beim Laden des Trommelrevolvers, flutschte der Hopfen in die Würze. Aber, Revolverhelden als Leitbild, heute? Nein, das geht dann doch nicht. Die Helden von heute sind Molekularköche, Bratwurstgriller, Elektrofahrzeugauflader und Extremsportler. Und für die wollten wir ein Bier brauen. Ein Bier so sportlich und bernsteinfarben wie sein Name. Anfänglich erschaffen für eine Alpenüberquerung mit anschließender Weltumsegelung, fand dieses sportliche Bier schnell Einzug in die Lausitzer Extremsportszene. Schneebrettfahrer, Basejumper, Ironmänner und Tabledancefrauen greifen nicht erst nach der Körperertüchtigung auf dieses kraftspendende und Glückseeligkeit erzeugende Bier zurück. Schon nach dem Verzehr der ersten Flaschen haben einige Trainingsgruppen von gigantischen Leistungssprüngen berichtet. Es war uns also gelungen, mit absolut legalen Ingredienzien, die Welt der Sportlernahrung zu revolutionieren. Ein Bier welches einen festen Stammplatz in unserem Sortiment gefunden hat.

Farbe: ambertastisch

Aroma: kräftig, belebend, sportlich

Wertung: Podest, oben, in der Mitte

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Edition 3

Edition 3

Edition 3 – Mr. Rabbit

Der dritte Sud. Blaue oder rote Kapsel war nun die Frage. Wir wollten im Wunderland bleiben, in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus vordringen, wir wollten die ganze Wahrheit. Folge dem weißen Hasen! Das nächste Abenteuer sollte etwas besonderes werden. Mehr Hopfen, mehr Aroma, ergo Hopfenstopfen! Der Name für unseres am Karfreitag gebrautes Pils war schon klar, Mr. Rabbit. Mit der gewohnten Professionalität, die wir von Beginn an an den Tag legten und dem Vorsatz diesmal etwas unerreichtes zu kreieren, ging es motiviert ans Werk. Das über Jahrhunderte nur in der Familie weiter gegebene Rezept wurde leicht modifiziert. Der Sud, ein Traum! Dann unsere ausgefeilte Mischung edler Aromahopfen aus aller Welt, in Michas ausgedienter Sportsocke, in den Gärbehälter, das musste etwas exklusives werden! Mit der im Rezept überlieferten dreifachen Menge an Hefe lief die Gärung perfekt, so dass wir am Ende ein einzigartiges Hefeweizen nach Pilsener Brauart mit exotischem Hopfenaroma erfunden hatten, und dieses auch sofort beim Patentamt eintragen ließen. Lizenzen können erworben werden.

Farbe: naturtrüb gelb goldig

Aroma: exotisch heftig hopfig mit einer Spur Sportsocke

Wertung: 6 Dreiviertel Sternchen

Wird nur an Karfreitagen, die auf einen 3. April fallen, gebraut. Unsere Professionalität, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Man kann ja nicht wissen, wie die Uhren bei Speidel so ticken.

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Edition 2

Edition 2

Edition 2 – TNT

Was im ersten Augenblick nach dem Namen eines holländischen Expressdienstleisters klingt, ist die Bezeichnung unserer 2. Edition. Nein, dieser Name kam uns nicht in einem Coffeeshop im Amsterdamer Rotlichtviertel in den Sinn. Vielmehr sollte unser nächster Sud den bis dahin unerreichten legendären Erfolg von mr.purple fortsetzen, so dass der Laie selbstverständlich meinen könnte, der Name wäre dem Namensvetter, einem deutschsprachigen Serien Pay TV Sender entliehen. Auch falsch! ACDC? Dicht dran. TNT schlug ein wie eine Bombe! Wir mussten erkennen, dass unser Pils, so wie das einst im Jahre 1863 erstmal vom alten Julius Wilbrand synthetisierte Trinitrotoluol, in der Craftbeerszene eine unglaubliche Sprengkraft entfalten würde. Wie alle wichtigen Entdeckungen war natürlich auch dieser pure Zufall von langer Hand geplant. Was passiert eigentlich, wenn man das Ende der Hauptgärung nicht abwartet, und einfach mal das Junbier in Flaschen abfüllt? Gefragt? Getan! Man erhält ein Feuerwerk der Aromen, verteilt in der gesamten Braustätte. Das ist ja auch wichtig, man will sich ja auch wohl fühlen und da darf eine angenehme Note von Bier im Hobbyraum nicht fehlen. Welchen anderen Namen könnten diese Aromabomben also nur tragen? TNT war gegoren, Verzeihung, geboren, jedenfalls fast. Damit die Welt überhaupt von unserem Erfolg erfährt, war es erforderlich, die verbliebenen Flaschen zu retten, und ihnen den Erfolgsdruck zu nehmen. Save the beer, unter diesem Titel wurde die Mission in der Lausitzmetropole bekannt. Und das Ergebnis, ein durchschlagender Erfolg! Ein bombastisches Pils!

Farbe : strohblond wie Frau Antjes Haar

Aroma : explosiv mit komplexem Malz und Hopfen Bouquet

Wertung : 7 Dynamitstangen

Leider auf unbestimmte Zeit aus dem Sortiment

Achtung Lebensgefahr! Um seine Lieben nicht zu gefährden kann diese Art der Herstellung nur dem erfahrenen doppelt approbierten Brau- und Sprengmeister, und eventuell lebensmüden Singles empfohlen werden.

Für alle anderen gilt: Finger weg, sonst Finger weg!

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Edition 1

Edition 1

Edition 1 – Mr. Purple

Der erste Streich. Theoretisch waren wir durch, nun ging es an die praktische Realisierung, das erste eigene Bier sollte entstehen. Die Wahl fiel auf einen Klassiker deutscher Bierverzehrkultur, das Pils. Mr. Purple war die logische Konsequenz Cottbuser Biertbrauchtums, da überliefert war, dass der erste Lausitzer Braumeister beim Kosten seines Sudes derart in Verzückung geriet, das er im kalten Kellergewölbe schlagartig die Gesichtsfarbe wechselte. Nur minimal wichen wir vom traditionellen Rezept ab. Grausam war die Wartezeit gewesen, seitdem das Jungbier in die Flaschen gelangt war. Eine lange Reife sollte unsere Würze haben, damit Hopfen und Malz im Zenit ihrer Verbindung alle ihre intensiven Aromen voll zur Entfaltung bringen können. Das Resultat sollte überzeugen, ein prickelndes, erfrischendes und süffiges Malz- und Hopfenkonzentrat war entstanden, eine schallende Ohrfeige für alle langweiligen Biererzeugnisse, die dem Konsumenten bis dato zugemutet worden waren. Selbst dem ahnungslosestem Laien wurde plötzlich klar, das er beim Trinken das Vergnügen hatte, einem geschichtlich wichtigen Scheitelpunkt bei zu wohnen. Nie wieder würde er sich mit etwas qualitativ geringerem abgeben und seinen Gaumen mit lausigem Gerstensaft foltern. Und dem modernen Extraktmagister ergeht es heute genau so, wie den alten lausitzer Braumeistern vor hunderten von Jahren. Nachdem unser Bier Mund und Kehle passiert hat, stellt sich eine vollendete innere Genugtuung ein, die Gesichtszüge entspannen sich und die bleiche Haut des Antlitzes weicht einem zufriedenen, warmen Schimmer, Mr. Purple.

Farbe: blond, wie das Stroh der Gerste

Aroma: erfrischend, belebend

Wertung: 6 neun/achtel

Komplett leer getrunken

Wobei, man erzählt sich, dass wohl eine Flasche dieser Edition überlebt haben soll… t b c

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